Der Feuerwehr-Jugendtag war eine spritzige Sache

350 junge Feuerwehrleute bei der Premiere auf dem Falter-Festplatz - Demografische Entwicklung macht Sorgen

von Michael Lukaschik
Regen. Kreisbrandmeister Hans Richter aus Lindberg bekam den Einsatz der jungen Feuerwehrleute zu spüren. Am späten Samstagnachmittag war er nass bis auf die Haut. Denn Richter war Hauptschiedsrichter beim Wasserfußball, und die Jugendlichen machten sich einen Spaß, den Schiri mehr oder weniger absichtlich noch ein bisschen zu nässen bei dem Versuch, den Ball mit Hilfe des Strahls ins gegnerische Tor zu bugsieren. Die besten Wasserfußballer beim 1. Feuerwehr-Jugendtag hatte die Feuerwehr Hochdorf II, Vizemeister wurde die Feuerwehr Gotteszell.
Gewinner waren an diesem Nachmittag aber alle rund 350 Jugendfeuerwehrler, die nach Regen gekommen waren. Sie hatten einen Nachmittag mit Spaß und Infos, mit Touren auf dem Kletterturm, mit Drogen-Aufklärung durch den Verein Böhmwind - und wieder einmal die offizielle Bestätigung, dass das, was sie als junge Feuerwehrler tun, sinnvoll und gut ist, wie Regens Bürgermeisterin Ilse Oswald und MdL Helmut Brunner bei der Begrüßung betonten. Beim Rundgang über den Falterplatz konnten sich die Besucher über die neueste Technik und Ausstattung der Feuerwehren informieren, auch die Polizei und das BRK waren vertreten.
Der Hintergrund des Aktionstags ist durchaus ernst, wie Kreisjugendfeuerwehrwart Hans Helmbrecht erläuterte. Der demografische Wandel führt dazu, dass die Zahl der jungen Feuerwehrleute abnimmt. „Gegenwärtig haben wir noch 606 gemeldete Jugendfeuerwehrleute, 68 von den 72 Feuerwehren im Landkreis haben eine Jugendgruppe“, so Helmbrecht. Offensichtlich wird der Rückgang beim Jugend-Wissenstest der Feuerwehr. Dieses Mal waren am Freitag nur 179 Jugendliche dabei, „normal waren es immer bis zu 220“, sagt Helmbrecht. Außerdem hat er festgestellt, dass auch die zunehmenden Anforderungen in der Schule und der Ausbildung dazu führen, dass junge Feuerwehrler nicht mehr die Zeit finden für die Wehr.
Der Aktionstag für die Feuerwehrjugend soll dem Trend entgegen wirken, soll Interessierte zu den Feuerwehren locken. Die Premiere hat die Organisatoren beflügelt. „Die Resonanz war sehr gut, und es hat den Teilnehmern wirklich sehr gut gefallen“, sagt Kreisbrandmeister Johann Achatz. Es werde überlegt, den Aktionstag regelmäßig zu organisieren. Zu den interessierten Besuchern gehörten auch die Kreisbrandinspektoren Hermann Pledl und Peter Altmann.
Eine Gruppe verzeichnet immer noch Zuwächse: Die Frauen bei den Feuerwehren, wie Kreisfrauenbeauftragte Sylvia Weber (Kirchberg) sagt. Gegenwärtig gibt es 221 aktive Damen bei den Feuerwehren im Landkreis, auch bei den Jugendlichen ist der Anteil der Mädchen hoch. Von den 606 Jugendfeuerwehrlern sind 110 weiblich.
Auf der Landkreis-Führungsebene sind die Männer noch unter sich, aber eine Feuerwehr im Landkreis hat mittlerweile eine stellvertretende Kommandantin, wie Sylvia Weber weiß. Sie ist seit mittlerweile 16 Jahren bei der Feuerwehr, und dazugekommen ist sie über ihren Vater. Damals war sie die erste Frau bei der Kirchberger Wehr.
Darum macht es Spaß, bei der Feuerwehr zu sein: Junge Feuerwehrler erzählen
Sabrina Penn (16) ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Zell: „Ich bin jetzt seit zwei Jahren dabei. Bei uns ist die ganze Jugend vom Dorf bei der Feuerwehr. Das ist schon mal schön, wenn man dann die ganzen Leute trifft. Alle zwei Wochen haben wir Übung. Jetzt ab 16 dürfen wir auch bei den Einsätzen dabei sein. Aber unsere Ausbilder schauen schon, dass wir nicht ganz vorne sind. Bei einem Unfall und bei einem Ölspur-Einsatz war ich schon dabei.“
Tobias Tremmel (13) ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Achslach: „Ich bin jetzt erst seit ungefähr zwei Monaten bei der Feuerwehr. Es gefällt mir gut. An jedem ersten Freitag im Monat haben wir Jugendübung. Jetzt am Anfang habe ich erstmal gelernt, was in einem Feuerwehrfahrzeug drin ist, was die Feuerwehr so alles an Ausrüstung dabei hat.“Gunther Pledl (links, 16) und Benjamin Ebner (16), beide bei der Freiwilligen Feuerwehr Bischofsmais: „Wir sind jetzt schon vier Jahre bei der Jugendfeuerwehr. Es ist schön, weil unsere Gruppe immer eine rechte Gaudi hat. Vor den ersten Einsätzen, der Schiller-Brand war auch dabei, waren wir schon ein bisschen aufgeregt. Mit den Einsätzen wird es bei uns jetzt schwieriger, wie sind beide in der Ausbildung und sind während der Dienstzeit nicht in Bischofsmais.“

Blitzeinsatz für Nachwuchs-Feuerwehrler aus Regen

EINEN BLITZEINSATZ hatten die Jugendlichen, die am Samstagvormittag ins Regener Feuerwehrhaus gekommen waren, um sich über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren. Sie waren bei einer Bewegungsfahrt dabei, als sie in der Nähe von Hönigsgrub ein Feuer am Waldrand entdeckten. Bei näherem Untersuchen der Brandstelle und des Umfelds konnte niemand gefunden werden, der das Feuer beaufsichtigte. Das Feuer musste natürlich sofort gelöscht werden, was die Nachwuchs-Feuerwehrler unter Aufsicht des Jugendausbilders perfekt erledigten und so bei ihrem ersten Tag bei der Feuerwehr gleich ihr erstes Feuer löschten.